
Als erste ostdeutsche Kommune: Stadt Jena gründet Klimaschutzagentur
As erste ostdeutsche Kommune hat die Stadt Jena eine Klimaschutzagentur gegründet. Am Donnerstag, dem 30. Januar 2025, unterzeichneten Christian Gerlitz, Bürgermeister und Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt, Tobias Wolfrum (Geschäftsführer jenawohnen GmbH), Claudia Budich und André Sack (Vorstand Klimaschutzstiftung Jena-Thüringen) sowie Dr. Simon Münch (Vorstand BürgerEnergie Jena eG) mit Hermann Zebisch, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur, die entsprechenden Verträge beim Notariat Leibe und Dr. Weikart.
„Mit der Gründung der Klimaschutzagentur haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht, um Jenas ambitioniertes Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden, umzusetzen. Insbesondere die geplanten Beratungsangebote im Bereich Energie sind hierbei von großer Bedeutung“, betont Bürgermeister Christian Gerlitz.
Beratung und Information
„Jetzt gilt es, zügig den regulären Betrieb aufzunehmen und zeitnah die ersten Beratungsangebote für die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen in Jena bereitzustellen. Der Schwerpunkt unserer Arbeit wird dabei auf praxisnaher Beratung und Information liegen. Die Klimaschutzagentur soll sich als zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um den Klimaschutz und die angestrebte Klimaneutralität bis 2035 etablieren“, erklärt Geschäftsführer Hermann Zebisch.
Der 44-Jährige bringt umfassende Erfahrung aus den Bereichen Umweltwissenschaften, Personalentwicklung sowie Rechts- und Naturwissenschaften mit. In den vergangenen 14 Jahren war er als Geschäftsführer des Eine Welt Netzwerks Thüringen e. V. tätig und setzte sich dort unter anderem für globale Gerechtigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ein.
Seit 20 Jahren lebt Hermann Zebisch in Jena und ist eng mit der Stadt und der Region verbunden. Seine Expertise und sein Engagement werden entscheidend dazu beitragen, die Klimaschutzagentur als treibende Kraft für eine klimaneutrale Stadtentwicklung zu etablieren.
Aufgaben der Klimaschutzagentur
Als Maßnahme des Klima-Aktionsplans wird die Klimaschutzagentur insgesamt 14 der dort festgelegten 73 Klimaschutzmaßnahmen umsetzen. Dazu gehören neben Energieberatungsangeboten auch eine umfassende Kampagne zur Gebäudesanierung sowie Bildungsangebote zu Klima- und Umweltthemen an schulen.
Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der persönlichen Beratung zu Themen wie dem Heizungstausch und der Nutzung erneuerbarer Energien. Diese Fragestellungen bewegen derzeit viele Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen, da die Kommunale Wärmeplanung kurz vor dem Abschluss steht und damit die Rahmenbedingungen für den Ausstieg aus fossilen Energien konkret werden.
Die Klimaschutzagentur wird als gemeinnützige GmbH ausschließlich dem kommunalen Klimaschutz dienen.
Hintergrund
Die Gründung der Klimaschutzagentur geht auf den Klima-Aktionsplan zurück, den der Jenaer Stadtrat im April 2023 beschlossen hat. Ihre Einrichtung wurde durch einen weiteren Stadtratsbeschluss am 24. Januar 2024 bestätigt. Der Gesellschaftsvertrag der Klimaschutzagentur wurde am 19.12.2024 mehrheitlich vom Stadtrat bestätigt.
Im Jahr 2025 wird ein Förderverein gegründet, dem alle Interessierten beitreten können, um eine möglichst breite gesellschaftliche Beteiligung sicherzustellen. Der Verein dient der Vernetzung von Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft und unterstützt die Arbeit der Klimaschutzagentur durch Begleitprojekte sowie öffentlichkeitswirksame Initiativen.
Trägerschaft und Finanzierung
Die Klimaschutzagentur wird von vier Gesellschaftern getragen:
- Stadt Jena (47 % Geschäftsanteil)
- jenawohnen GmbH als Teil der Stadtwerke Jena Gruppe (47 % Geschäftsanteil)
- BürgerEnergie Jena eG (3 % Geschäftsanteil)
- Klimaschutzstiftung Jena-Thüringen (3 % Geschäftsanteil)
Diese Gesellschafter finanzieren die Agentur und stellen sicher, dass die vorgesehenen Klimaschutzmaßnahmen nachhaltig umgesetzt werden. Die Finanzierung umfasst neben kommunalen Mitteln auch Fördergelder sowie perspektivisch Beiträge aus der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft.
